„…und es ward ein Hauen und ein Stechen“!

Adlkofen. Zuhörer in einem Gerichtssaal erleben das fast täglich: Da provoziert ein Anwalt oder Staatsanwalt die Gegenpartei mit Unterstellungen und Halbwahrheiten in der Hoffnung, so bei dieser eine unüberlegte Reaktion hervorzurufen, um dann sein eigentliches Ziel zu erreichen: die Gegenseite in Widersprüche zu verwickeln. Ein solches Vorgehen dürfte tägliches Brot bei Juristen sein und war diesmal auch im Adlkofener Sitzungssaal erfolgreich. Die Gegenspieler: SPD-Gemeinderat Hubertus Werner in der Rolle des „Anklägers“, Bürgermeisterin Rosa-Maria Maurer in der Rolle der „Beschuldigten“. Der Vorwurf: Die Vorsitzende des hiesigen Partnerschaftvereins Badia Calavena, Eva Werner, Ehefrau des Gemeinderates,  habe keine Einladung der Gemeinde ins Adlkofener Rathaus zum Empfang der italienischen Bürgermeister und deren Eintragung in das Goldene Buch bekommen. Zur moralischen Unterstützung des in der Fragerunde am Ende der öffentlichen Sitzung vorgebrachten Vorwurfs war die vollständige Vorstandschaft des Vereins im Sitzungssaal unter den rund 40 Zuhörern vertreten. Später dann, im Laufe der Auseinandersetzung, wurde der Vorwurf von Werner zwar in „nicht rechtzeitig“ abgeschwächt, aber da hatte er es diesmal schon geschafft, die Bürgermeisterin aus der Fassung zu bringen.

Das war gleich zu Beginn der Runde „Wünsche und Anfragen“ noch anders. Gemeinderat Bernhard Westermeier äußerte den Wunsch, in Zukunft die Unterlagen zur Sitzungsvorbereitung wieder in der guten alten Papierform erhalten zu wollen. Es sei für eine sinnvolle Sitzungsvorbereitung einfach unerläßlich, „…und es ward ein Hauen und ein Stechen“! weiterlesen

Blut ist dicker als Gemeinwohl

Die seltsamen Umtriebe des CSU- Ortsverbandes und seiner Hilfstruppen

Adlkofen. Seit der Gemeinderatssitzung von Montagabend steht fest: Die Adlkofener CSU steht mit dem Rücken zur Wand und vor ihr tut sich ein Abgrund auf, dessen Boden so weit weg ist, daß sie ihn nicht zu erkennen vermag. Wer den Grund hierzu erfahren möchte, muß allerdings etwas tiefer graben, als nur am Lack der Oberfläche zu kratzen. Alle Gemeinderäte der CSU Adlkofen, dazu das schwarze U-Boot Hubertus Werner in den Reihen der SPD und Christa Passek (FW) stemmten sich erfolgreich mit 8:8-Stimmen gegen einen Antrag der Familie Kaspar, für die geplante Tankstelle mit Waschanlage am östlichen Ortseingang von Adlkofen, die dort in Verbindung mit einem neuen Netto-Supermarkt entstehen sollte. Der Antrag sah vor, dem Tankstellen- und Waschanlagenbetreiber auch Sonntagsöffnungszeiten zu ermöglichen, besondere Kirchenfeiertage ausgenommen. Abstimmungsergebnis unentschieden, Antrag damit abgelehnt.

Dem persönlich anwesenden Antragsteller war durch den Gemeinderat Redeerlaubnis erteilt worden und so konnte er auf die Dringlichkeit seines Antrages verweisen. Die weitgehende Ausnahmegenehmigung vom Sonntags-Arbeitsverbot schilderte er als wesentliche Voraussetzung für eine wirtschaftliche Inve- stition. Sie ist, nebenbei bemerkt, auch nichts Außergewöhnliches für Waschanlagen im ländlichen Raum. Hinzu komme, Blut ist dicker als Gemeinwohl weiterlesen

Das „Allerletzte“ gleich ganz zum Anfang

CSU-Fraktionssprecher ruft in Gemeinderatssitzung zum Boykott des „ADLKOFENER BLATT’Ls“ auf

Adlkofen. Na also, es hat geholfen und geht doch! Für das „äußerst disziplinierte Sitzungsverhalten“ bedankte sich heute Abend 2. Bürgermeister Valentin Petermaier bei dem fast vollzählig anwesenden Gemeinderat. Nur Bartholomäus Maierhofer war aus beruflichen Gründen verhindert und verpaßte damit eine Premiere. Wie ausgewechselt, artigen Chorknaben gleich, und absolut kein Vergleich zur letzten Sitzung, wurde demonstriert, daß es auch anders geht. Mit einem Ergebnis, das sich sehen lassen kann: Obwohl die öffentliche Sitzung wegen der davor liegenden nichtöffentlichen Beratung, nicht wie angekündigt um 19.45 Uhr, sondern erst um 19.55 Uhr beginnen konnte und eine „normal“ umfangreiche Tagesordnung abzuarbeiten war, konnte sie bereits um kurz vor 22 Uhr beendet werden. Und alle Tagesordnungspunkte erledigt! Ja da war sogar noch Zeit für eine inhaltlich ziemlich verwegene Attacke von CSU-Fraktionssprecher Bernhard Westermaier gegen den Herausgeber des „ADLKOFENER BLATT’Ls“ – also gegen mich.

Nun, das es einigen Gemeinderäten nicht gefallen hat, sowohl von der linken wie auch der rechten Seite des Sitzungstisches, was sie da über ihr Verhalten in den letzten beiden Beiträgen zu lesen bekamen, war klar. Sonnenklar. Aber nicht einmal GR Westermeier war heute Abend so dreist, die Behauptung aufzustellen, das von mir kritisierte Verhalten habe nicht stattgefunden. Nein, er räumte sogar ein, daß die Vorfälle in der letzten Sitzung „nicht ganz in Ordnung“ gewesen sind. Immerhin – nur, wer läßt sich schon gerne den Spiegel vorhalten?

Die Adlkofener CSU ganz sicher nicht! Und darum wetterte Westermeier am Sitzungsende unter Punkt „Wünsche und Anträge“ richtig drauf los. Von Diffamierung war da die Rede, von Beleidigungen, das man mit ehrenamtlichen Gemeinderäten nicht so umspringen könne und natürlich auch der Spruch von „Unverschämtheiten“. Die ganze von Westermeier vorgetragene Kanonade an Beschuldigungen hier zu wiederholen ist müßig, da überall bekannt. Und dann packte Westermeier „den Hammer“ aus: Die CSU werde, so kündigte er an, einen Antrag im Gemeinderat stellen, daß man die „Blatt’l“-Redaktion nur noch mit den grundlegenden Informationen seitens der Gemeinde versorgen darf, auf die unter journalistischen Gesichtspunkten Anspruch besteht. Aber Einladungen, wie z. B. zum Neujahrsempfang – der war ja nur für geladene Gäste -, soll es künftig nicht mehr geben. Westermeier: „Der hat sich seinen Kredit verspielt!“ Aha, da hat er es mir aber gegeben! Die Adlkofener foderte Westermeier dann noch zum Blatt’l-Boykott auf, „weil der lebt von den Klicks und da miaß ma halt schaun, das des weniger wer’n!“

Okay Herr Westermeier, ich bin heute vollkommen zerknirscht über ihre K(r)ampfansage nach Hause gekommen und habe versucht, Bilanz zu ziehen, über das, was die Leserinnen und Leser in Zukunft an Informationen durch ihren Antrag verlustig gehen werden. Dabei analysiere ich die Situation nicht so oberflächlich wie Sie, sondern schaue mir das Gesamtbild an. Da wären einmal die zahlreichen CSU-Veranstaltungen, über die wir nicht mehr berichten können. Die CSU-Bürgerinformationsveranstaltungen, von denen ja demnächst wieder eine statt findet; das CSU-Starkbier- oder das CSU-Sommerfest. Sie sehen mich total zerknittert am Boden liegen. Alles Veranstaltungen, sollte das noch niemanden in der Adlkofener CSU aufgefallen sein, über die in den letzten fünf Jahren nicht berichtet wurde. Denn es gab in dieser Zeit schon keine Informationen aus den Reihen der CSU. Das hätte sich ändern lassen, wenn ich bereit gewesen wäre, mich dem damaligen Bürgermeister anzubiedern. War und ist nicht mein Stil.

Also geht es damit tatsächlich „nur“ um die Rathaus-Informationen. Geht der angekündigte CSU-Antrag im Gemeinderat durch, womit zu rechnen ist, wäre genau genommen eine einzige offizielle schriftliche Information aus dem Adlkofener Rathaus schon einhundert Prozent mehr Information, als unter dem CSU-Bürgermeister bis zum Amtswechsel am 1. Mai 2014 zu erhalten war. Und auf diesen Punkt kann die Gemeinde, soll es rechtlich einwandfrei zugehen, nicht zurück fallen. Das Messer, welches Sie wetzen, ist also sowas von stumpf, Herr Fraktionssprecher. Mehr geht da schon überhaupt nicht mehr.

Die Adlkofener Feuerwehr und einige andere Vereine werden vermutlich nach dem Boykottaufruf genau das machen, was sie bisher auch gemacht haben: So tun als gäb’s das „ADLKOFENER BLATT’L“ nicht – und es trotzdem lesen.

Da wären wir jetzt bei den Lesern und den von Westermeier in’s Feld geführten „Klicks“. Es ist schon richtig, jeder einzelne Leser ist wichtig, aber bei 3,3 Mio Zugriffen 2014 und bislang leicht steigender Tendenz im laufenden Jahr, werden sowohl die Projekte als auch ich – gerade weil die Projekte „regionalreport“, „ADLKOFENER BLATT’L“ und der „Geisenhausener Kurier“ zu 100 Prozent Non-profit-Unternehmen sind – die neuerliche CSU-Attacke gelassen überstehen. Unabhängig, nicht am Gängelband der CSU oder einer anderen Partei werden es die Leserinnen und Leser vom „ADLKOFENER BLATT’L“ auch in Zukunft nicht vermissen müssen, daß den Gemeinderäten der Spiegel vorgehalten wird, wenn es erforderlich ist. Und das ist dann ja nicht einmal auf Adlkofen beschränkt. Dabei gäbe es eine einfachere Möglichkeit, das von der CSU gewünschte Ergebnis zu erreichen – das „ADLKOFENER BLATT’L“ mundtot zu machen. Einfach keinen Anlaß zu heftiger Kritik bieten und über sich selbst einmal nachdenken, wäre so eine sinnvolle Alternative. Aber das scheint irgendwie zuviel verlangt – mit der sprichwörtlichen Ausnahme von heute Abend.